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U.SCH.I – Perspektiven für junge Mütter

Unterstützung der Nachbetreuungs- und Perspektivphase des gemeinsamen Projekts des Mehrgenerationenhauses Vinetazentrum und der Stadtteilgenossenschaft Gaarden eG

Nach Daten der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit stehen in Schleswig-Holstein etwas über 21.000 alleinerziehende erwerbsfähige Hilfebedürftige im SGB II Bezug. Von diesen Alleinerziehenden haben 16,7 Prozent keinen Schulabschluss, 46,6 Prozent einen Hauptschulabschluss, 22,2 Prozent mittlere Reife und nur 6,5 Prozent eine Hochschulzugangsberechtigung. Ferner haben mit 57,6 Prozent über die Hälfte keinen Berufsabschluss. Der hohe Anteil insbesondere junger Mütter, die über keinen Schulabschluss bzw. einen niedrigen Bildungsstand verfügen, ist kritisch sowohl im Hinblick auf die beruflichen Perspektiven der jungen Frauen als auch die Bildungschancen ihrer Kinder. Diesem Problemfeld entgegen zu wirken, ist das Ziel des Qualifizierungsprojektes „Unsere Schulinitiative“ (U.Sch.I) in Kiel-Gaarden.

In Gaarden, einem Stadtteil der Landeshauptstadt Kiel, der als sozialer Brennpunkt beschrieben wird, wurde im Jahr 2007 die Stadtteilgenossenschaft Gaarden eG gegründet. Erstes Projekt der Genossenschaft war die Übernahme der Trägerschaft für das Mehrgenerationenhaus „Vinetazentrum“, in dem Kooperationspartner bzw. Mitglieder der Genossenschaft ihre Angebote vorhalten. Eines der Angebote, „Kurze Wege“, richtet sich an junge Alleinerziehende und zielt darauf, Lösungen bei individuellen Belastungssituationen zu finden sowie Wege für eine erfolgreiche Lebens- und Erwerbsbiographie zu ebnen. Von 25 jungen Müttern in dem Projekt hatten 48 Prozent keinen Schul- und 78 Prozent keinen Berufsabschluss. Im Mai 2010 nahmen MitarbeiterInnen des Mehrgenerationenhauses „Vinetazentrum“ den Wunsch von acht jungen Müttern auf, eine eigene Schule „bauen“ zu wollen. Gemeinsam mit den jungen Müttern stiegen sie in die Planung für ein zielgruppenspezifisches Qualifizierungsangebot zunächst zur Erreichung des Hauptschulabschlusses ein. Im Juni 2010 wurde unter maßgeblicher Beteiligung der jungen Mütter ein Schulkonzept erarbeitet, das auf Werte alternativer Schulkonzepte wie Solidarität, Aufrichtigkeit, Empathie, Wertschätzung und Fairness gründet. Die Schulinitiative – U.Sch.I – ist in eine Vorbereitungs-, Schul- und Nachbereitungsphase unterteilt und berücksichtigt zum einen die besonderen Lebenslagen der jungen Frauen, zum anderen gewährleistet sie eine individuelle Begleitung während der gesamten Maßnahme.

Hilfe für junge Mütter

Dank der finanziellen Unterstützung von Stiftungen und Unternehmen konnte das Projekt realisiert und umgesetzt werden. Zielgruppe waren und sind junge alleinerziehende Mütter, die ihre Bildung und die Entwicklung ihrer beruflichen Perspektiven selbst in die Hand nehmen wollen. Die Richtigkeit des Konzeptes zeigt sich immer wieder in den guten Abschlüssen der Teilnehmerinnen. Beispielsweise erreichten sechs Schülerinnen aus dem letzten HASA-Kurs, die zum großen Teil die Schule bereits in Jahrgangsstufe 6 abgebrochen hatten, eine Durchschnittsnote von 2,3. Ferner entstand bei einigen Schülerinnen der Wunsch, einen weiteren höheren Bildungsabschluss zu erreichen und es wurde ihnen ermöglicht, einen Realschulabschluss abzulegen. Im Schuljahr 2011/2012 hatte der Realschulkurs eine 100-prozentige Erfolgsquote, ebenso der Hauptschulabschlusskurs 2012/2013. Der aktuelle Hauptschulkurs wurde im Juni 2014 beendet. Auch im Schuljahr 2014/2015 soll ein weiterer Kurs stattfinden. Inzwischen gibt es Wartelisten für die Teilnahme an dem Programm.

Obwohl das Schulprojekt U.SCH.I seit 2013 durch die Stadt Kiel und das Jobcenter mitfinanziert wird, werden pro Jahr mindestens weitere 12.000 € benötigt, die mit Spenden eingenommen werden müssen. Create Future e.V. unterstützt U.Sch.I. mit Spenden und Beratungsleistungen.

Unterstützen Sie U.Sch.I mit Ihrer Spende. Einfach beim Spenden das Stichwort “U.Sch.I” angeben und wir können die Mittel direkt dem Projekt zuordnen.