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Between Cultures: Südafrika

Das Versöhnungsprojekt Between Cultures wurde von dem südafrikanischen NGO Inkolo kaNtu initiiert, dessen Mitglieder Anhänger der Afrikanischen Traditionellen Religion (ATR) sind (www.afrikaworld.net/afrel).

Projekt Between Cultures
Eine historische Postkarte, die das frühe Verständnis der Siedler und Missionare widerspiegelt: “Ausstellung” schwarzafrikanischer Menschen in Hagenbeck’s Tierpark in Hamburg.

Der Wunsch der Gruppe ist zum einen eine Aussöhnung mit den Nachkommen weißer Missionare, um mit Hilfe eines Dialogs Frieden und Toleranz zwischen den verschiedenen Religionsanschauungen herzustellen, zum anderen die gleichwertige Anerkennung der ATR in Südafrika. Heute sind vier Fünftel der südafrikanischen Bevölkerung Christen, überwiegend Protestanten.  Viele schwarze Südafrikanerinnen gehören unabhängigen Kirchen an, die Elemente des Christentums mit traditioneller afrikanischer Religion verbinden (z.B. Zion Christian Church). Die ATR ist diesen Kirchen bisher nicht gleichgestellt.

Projekt Between Cultures
Missionare in Südafrika: EIne historische Aufnahme

Im Jahr 2008 wendete sich Inkolo kaNtu mit seinem Anliegen an Dr. Marjorie Jobson in ihrer Funktion als Commissioner der Commission for the Promotion and Protection of the Rights of Cultural, Religious and Linguistic Communities der Regierung Südafrikas. Aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit mit Dr. Jobson in verschiedenen social justice Projekten ging Create Future auf ihren Vorschlag hin eine Projektpartnerschaft  (Dr. Marjorie Jobson; Inkolo kaNthu (NGO); Institut für Interdisziplinäre Genderforschung und Diversity der Fachhochschule Kiel (IGD) ein, die den Dialogprozess initiiert und begleitet.

Zusammen mit dem IGD führte Create Future e.V. Recherchen im Archiv der Berliner Missionare durch und sichtete u.a. Originaldokumente.

Projekt Between Cultures
Ausschnitt aus dem “Missions-Atlas” der Berliner evangelischen Missionsgesellschaft

Hintergrund: Kolonialisierung und Missionarstätigkeit in Südafrika, insbesondere im 19. Jahrhundert, führten zu einem grundlegenden Wandel der indigenen kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Systeme. Die Zeit war geprägt von biologisch-deterministischen Rassendiskursen. Ende 1828 wurden die ersten deutschen Missionare der Rheinischen Mission nach Südafrika geschickt, wo vor ihnen bereits die Londoner Missionare tätig waren. Die Berliner Mission, 1824 von christlichen Laien gegründet als „Gesellschaft zur Beförderung der Evangelischen Mission unter den Heiden“, eröffnete 1833 ihre erste Missionsstation „Bethanien“ in KwaZulu Natal. Die Missionsgesellschaften gingen von ihrem Bodenrecht aus und respektierten die traditionellen Landnutzungssysteme (afrikanisches Gewohnheitsrecht) nicht. Die Berliner Missionsgesellschaft eignete sich Landbesitz durch „Schenkungen“, Treuhänderkäufe oder „Grants“ der Kolonialregierung an. Viele Missionare besaßen private Ländereien und einige wurden durch Spekulationsgewinne bei Landfragen reich. Im Postapartheid Südafrika ist die Landproblematik (land claims; restitution) eine aktuelle politische Frage.

Über den Inhalt der Dialoge im Rahmen von Between Cultures finden Sie Informationen auf den folgenden Seiten: